Alliierte Kriegsziele, Planungen und Realitäten

s. 1941 Kaufman-Hetze gegen Deutschland

Im Sommer 1944 beginnt sich die Niederlage Deutschlands abzuzeichnen. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie dringen die Truppen Richtung deutsche Grenze vor. An der Ostfront wird die Wehrmacht ebenfalls zurückgedrängt. Die USA rechnen damit, daßDeutschland in Kürze besiegt sein wird und beginnen damit, ihre Pläne für die Nachkriegszeit zu konkretisieren: Was soll mit dem besiegten Deutschland geschehen? Wie sollen sich die alliierten Streitkräfte nach der Kapitulation verhalten? In welcher Form sollen die Siegermächte Reparationsleistungen erhalten?

s. 1944 sowjetrussischer Terror in Ostpreussen

s. Die Rote Armee / Ilja Ehrenburg

s. Beginn des Untergangs / Ilja Ehrenburg

Am 11. September 1944 treffen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill im kanadischen Quebec zu einer Konferenz zusammen, um über den weiteren Kriegsverlauf und ihre Deutschlandpläne zu beraten. Bei der Konferenz ist auch US-Finanzminister Henry Morgenthau anwesend. Morgenthau hatte Anfang September eine Denkschrift vorgelegt, die als Diskussionsgrundlage zur Behandlung Deutschlands nach dessen Niederlage dienen sollte. "Es kann keinen Frieden in der Welt geben, wenn Aggressoren wie Deutschland oder Japan ihre Stärke behalten", sagte er im August 1944 in einer Rundfunkansprache.

Demontage der Ruhrchemie AG 1949. Um Frieden zu erreichen, hält er es für unumgänglich, die deutsche Schwerindustrie und das Ruhrgebiet komplett zu zerstören. Morgenthau beauftragt sein Ministerium, seine Vorstellungen für die künftige Deutschlandpolitik als Diskussionsgrundlage für den Präsidenten zusammenzufassen. Dieses Papier, der so genannte Morgenthau-Plan, umfasst 14 Punkte und beinhaltet im Wesentlichen folgende Forderungen:

Am 15. September 1944 billigen Churchill und Roosevelt in Quebec eine etwas abgemilderte Version des Planes.

s. 1944 Morgenthau-Plan gegen Deutschland



Auf dem Potsdamer Schloss Cecilienhof beraten der sowjetische Staatschef Josef Stalin, der amerikanische Präsident Harry S. Truman und der britische Premierminister Clement Attlee (der Churchill ablöste) vom 17. Juli bis 2. August 1945 über die Neuordnung Europas und die Behandlung des besiegten Deutschen Reiches.

Das Deutsche Reich besteht zwar als völkerrechtliches Gebilde fort, doch ist es führerlos. Eine deutsche Zentralgewalt existiert nicht mehr, seitdem die geschäftsführende Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz am 23. Mai 1945 verhaftet wurde.

s. Mord und Terror in Freudenstadt April 1945

Mit der "Berliner Deklaration", auch "Vier-Mächte-Erklärung" genannt, übernehmen die Siegermächte am 5. Juni 1945 die oberste Regierungsgewalt. Wie schon im Februar auf der Konferenz von Jalta vorgezeichnet, werden dabei Deutschland und die Hauptstadt Berlin in je vier Zonen aufgeteilt; das Saargebiet soll einen Autonomiestatus erhalten und eng an Frankreich gebunden werden. Als oberstes Organ der Militärverwaltung wird der Alliierte Kontrollrat eingerichtet. Ihn bilden die Unterzeichner der Deklaration, die Oberbefehlshaber der vier Besatzungsarmeen: Marschall Schukow (UdSSR), General Eisenhower (USA), Feldmarschall Montgomery (Großbritannien) und General de Lattre de Tassigny (Frankreich). Am 30. Juli tritt der Kontrollrat im ehemaligen Berliner Kammergericht erstmals zusammen.

Um sich über die Grundzüge ihrer Deutschlandpolitik abzustimmen, teffen sich die Regierungschefs der drei Hauptmächte der Anti-Hitler-Koalition vom 17. Juli 1945 im Potsdamer Schloss Cecilienhof. Nach den Konferenzen von Teheran (1943) und Jalta (Februar 1945) ist dieses Gipfeltreffen das letzte der "Großen Drei".

In Potsdam werden die ideologischen Differenzen zwischen den westlichen Siegermächten und der UdSSR deutlich. Erhebliche Meinungsunterschiede herrschen über die Behandlung der deutschen Ostgebiete, die Stalin bereits eigenmächtig unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung gestellt hat. Heftiger Streit entzündet sich auch über die Regelung wirtschaftlicher Fragen. An den unterschiedlichen Auffassungen über Deutschlands Reparationspflichten droht die Konferenz zu scheitern.

Unter Aufsicht des Kontrollrats werden einige zentrale deutsche Behörden für Bereiche wie Außenhandel, Finanz-, Transportwesen und Verkehr eingesetzt. Auf kommunaler Ebene dürfen Selbstverwaltungen im Auftrag der Militärregierung der jeweiligen Besatzungszone operieren.

Offen blieb die Höhe der von Deutschland zu entrichtenden Reparationen. Als Kompromiss sieht vor, daßsich jede Siegermacht aus den von ihr besetzten Gebieten nach Gutdünken bedient, unter anderem durch Demontage von Industrieanlagen. Der Sowjetunion wurden zusätzlich zehn Prozent der Reparationen aus den Westzonen zugesagt.

Zu den Ergebnissen der Potsdamer Konferenz gehört die Zustimmung der Westmächte zur polnischen bzw. für das nördliche Ostpreußen sowjetischen Verwaltung für die deutschen Gebiete östlich von Oder und Lausitzer Neiße. Damit wird die Westverschiebung Polens manifestiert. Zwar soll die endgültige Regelung der territorialen Fragen einem Friedensvertrag vorbehalten bleiben, doch wird ein solcher aufgrund des wenig später einsetzenden Kalten Krieges nie zustande kommen. Die Konferenz besiegelt somit die von sowjetischer Seite durch die längst angelaufene Vertreibung der deutschen Bevölkerung bereits geschaffenen Fakten.

Dies war eine absolut verlogene Propaganda. Denn die deutsche Bevölkerung wurde aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches vertrieben. Das war eine endgültige Planung, um evtl. spätere Volksabstimmungen (zur Bestimmung der territorialen Zugehörigkeit) zu blockieren. Stalin übergab an Polen die deutschen Ostgebiete als Ersatz für das 1939 geraubte Ostpolen. Der Königsberger Raum wurde von Russland annektiert und die deutsche Bevölkerung restlos vertrieben - das reiche Bernstein-Vorkommen hatte die Beutegier der Russen geweckt. Obwohl diese Fakten nicht zu übersehen waren, übernahmen die Westmächte und die von ihnen gelenkten westdeutschen Parteien heuchlerisch diese Lügenpropaganda der Russen.








s.a. 'Alliierte Umerziehung nach 1945'










s. 8. Mai - Tag der Gefangenschaft

s.a. 'Die Ausplünderung Deutschlands'





























Wer sind Deutschlands Freunde oder Feinde?
Gegensätze, Merkmale, Tatsachen, Konsequenzen