Hanf (Cannabis sativa)

Volkstümlicher Name: Hasch (Haschisch).
Vorkommen: Seine Heimat ist das westliche Asien; wird in vielen Gebieten in verschiedenen Varianten angebaut (Asien, Indien, Afrika, Mittel- und Südamerika).
Wirkstoffe: Cannabinoide, THC-Verbindungen, Cholin, Harze, ätherisches Öl, organische Säuren.
Anwendung: 1.) Die getrockneten Blüten und Blätter der weiblichen Pflanzen. 2.) zu Platten gepresstes Harz. 3.) Haschisch-Öl. In der Regel wird das getrocknete Kraut geraucht oder geräuchert; manchmal auch als Tee oder Lebensmittelzusatz verwandt.
Wirkung: Migräne, Neuralgien, Epilepsie, Asthma, Depressionen, erhöhter Augeninnendruck,hysterische Zustände, schwere übelkeit, Krampfneigung, Schmerzen beim Atmen und Sprechen, starker Husten, Lungenentzündung mit Irrereden, Herzklopfen, Koliken, Erbrechen mit Galle,Leberschwellung, Wassersucht, langwierige Harnverhaltung mit tropfenweisen Urinabgang, Erkrankungen der Nieren und der ableitenden Harnwege.
Nebenwirkungen: Personen mit Kreislaufschäden müssen Hasch meiden! Hanf gilt als Schrittmacher für harte Rauschgifte und ist deshalb doppelt gefährlich.
Bemerkungen: Beim Rauchen tritt die Wirkung nach ca. 15 Minuten ein (Dauer ca. 3 Stunden); gegessen wirkt er nach 1 Stunde: Heisshunger (besonders auf Süsses), Visionen, Imaginationen, Träume, Erotik (Wirkungsdauer ca. 10 Stunden). Verwendet wird Cannabis indica oder sativa.


Haselwurz (Ansarum europaeum)

Volkstümlicher Name: Schwarzwurzel.
Vorkommen: Sie wächst in Gebüschen, Laubwäldern und schattigen Schluchten.
Wirkstoffe: Asaron, Gerbstoffe, Flavonoide, kampferähnlicher Stoff, ätherisches Öl, Zucker, Harz, Stärke.
Anwendung: 1.) Tee-Aufguss. 2.) Pulver direkt einnehmen. 3.) Verdünnte Tinktur (Alkoholauszug).
Wirkung: nervöse Reizerscheinungen, Kopfschmerzen mit Übelkeit, nervöses Erbrechen, Hysterie, nervöse Überempfindlichkeit, Nervenfrost, abendliche Blutwallungen, fieberhafte Erkrankungen mit Blutwallungen, Lichtscheue, Erkältungen, nervöse Erschöpfung, Rheuma, Koliken, Husten, Wassersucht, mangelhafte Menstruation, Ischias, Verstopfung, Entwöhnung von Alkoholikern.
Nebenwirkungen: Bei Überdosierung Magen- und Darmbeschwerden (Erbrechen); Schädigung von Leber und Nieren möglich.
Bemerkungen: Verwendet wird der Wurzelstock. Früher wurde behauptet, daß in der Haselwurz ein Geldmännchen wohnt. Sie besitzt eine besondere Gewalt über Schlangen. Magier und Hexen bannten mit ihr böse Geister und Schlangen. Ausserdem wurde sie Liebesmitteln beigemischt.


Honigkraut (Stevia rebaudiana)

Vorkommen: Die Pflanze ist in Paraguay beheimatet; wird in Brasilien, Japan und Korea angebaut.
Wirkstoffe: Das Diterpenglykosid Steviosid und weitere diterpenoide Süßstoffe.
Anwendung: 1.) Pulver. 2.) Extrakt.
Wirkung: Starke Süsskraft; ist 300mal süsser als Saccharose.
Nebenwirkungen: Keine bekannt.
Bemerkungen: Verwendet werden die Blätter. Die gepulverten Blätter dienen den südamerikanischen Indianern zum Süssen von Mate. Blattextrakte werden in China, Südkorea, Brasilien, Paraguay als Süßstoff verwandt; in Japan das am häufigsten verwendete Süssungsmittel.